Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch

Buchtipp.

Ich hatte ja bereits in einem meiner letzten Posts versprochen, dass ich euch ein bisschen was über meine neueste Obsession erzähle, denn als das muss ich es betiteln. Es begann vor einigen Wochen, als ich von meiner großen Schwester den ersten Band der Buchreihe von Joachim Meyerhoff in die Hände bekommen habe. In den Flitterwochen habe ich es dann regelrecht verschlungen und wollte sofort die anderen Teile, um weiter in dieser Welt „leben“ zu können. Kennt ihr das? Ich habe mich so in diesen Erzählungen verloren, dass ich es nicht fassen konnte, wenn sie vorbei waren.

Mittlerweile habe ich die ersten drei Teile gelesen und bin gerade dabei mir den vierten auf Ebay zu ersteigern. Und wo soll ich nur anfangen? Ok, vielleicht beim Inhalt: Joachim Meyerhoff beleuchtet in jedem seiner Bücher einen Abschnitt seiner Vergangenheit. Los gings mit seinem Auslandsjahr in Amerika, weiter seiner Kindheit und schließlich zu seiner Studienzeit. In allen Büchern steht die Beziehung zu seinen Familienmitgliedern, die er im Laufe der Zeit verloren hat, im Mittelpunkt und obwohl sich das erst mal sehr traurig anhört, schafft er es so lebens- und -lustig zu erzählen, dass ich viele Male lauthals aufgelacht habe. Das hört man immer so, passiert mir aber eigentlich eher selten. Aber da geht’s jedem, der die Bücher gelesen hat gleich.

Jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, hatte auf Anhieb ein, zwei Lieblingsgeschichten parat und ich bin nach der Lektüre zu einem regelrechten Stalking-Angriff via Youtube übergegangen. Da ich kein Buch mehr zur Hand hatte, musste das World Wide Web her und ich habe gefühlt jedes Interview mit Joachim Meyerhoff gesehen und musste auch dabei immer wieder schmunzeln, wenn er ein paar seiner Geschichten ausgepackt hat. Mir kam es ja tatsächlich so vor, als würde ich ihn kennen und mit ihm gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Aber auch da bin ich wohl nicht die Einzige.

Was die Bücher für mich so besonders macht, ist die Erzählweise Meyerhoffs. Er analysiert Personen und Situationen so präzise, so ohne Wertung und eben dadurch so treffend und oft humorvoll, dass man ganz genau versteht, warum er wie fühlt, ohne dass er es erklären muss. Auch ich als Leserin habe mich in Amerika bei der streng gläubigen Gastfamilie gut aufgehoben und mich auf dem Psychatriegelände, dem Schauplatz seiner Kindheit, wie zuhause gefühlt und die Großeltern in München, die habe ich für ihre Eigentümlichkeiten und festen Rituale gefeiert und fast schon geliebt.

Ich möchte euch über den Inhalt eigentlich gar nicht mehr verraten, sondern möchte euch mit diesem Post in erster Linie Lust auf die Bücher bzw. das Lesen im Allgemeinen machen. Seit unserer Reise vor einem Monat habe ich das Lesen wieder fest in meine Alltagsroutine eingebaut und es TUT MIR SO GUT. Es tut so gut, mal nicht auf einen Bildschirm zu schauen. Sei es nun der PC, das Handy oder der Fernseher – beim Lesen erreicht man ein ganz anderes Level der Entspannung. Der nette Nebeneffekt ist, dass in mir auch wieder so viele Kindheitserinnerungen und -geschichten auftauchen, was vor allem mein näheres Umfeld „abbekommt“. Froh dürfen die sein, es sind nämlich einige Knüller dabei.


Anna
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